Raumakustische und elektroakustische Berechnung

Eine akustische Berechnung zeigt bereits vor dem Kauf der Technik, wie ein Raum mit Schall funktioniert: ob der Pegel gleichmäßig verteilt ist, Sprache verständlich bleibt, wo starke Reflexionen entstehen und welche Flächen behandelt werden müssen. Für Konzert- und Konferenzsäle, Theater, Unterrichtsräume, Gastronomie-, Sport- und Mehrzweckflächen ist sie eine wesentliche Grundlage der technischen Planung.

Verdamare verbindet Bauakustik und Elektroakustik in einem Modell. Berücksichtigt werden Geometrie, Nutzung, Oberflächen, Publikum, Hintergrundgeräusch und Betriebsarten. Das Ergebnis ist eine begründete Anordnung von Lautsprechern, Verstärkern, Akustikmaterialien und Anschlusspunkten.

Raummodell für die akustische Berechnung
Die akustische Modellierung prüft die Lösung vor der Montage

Warum vor der Montage berechnen

Ohne Modellierung werden Probleme häufig mit mehr Technik oder höherer Lautstärke kompensiert. Die Folgen sind ungleichmäßige Abdeckung, Mikrofonrückkopplungen, unnötiger Lärm und geringe Sprachverständlichkeit. Die Berechnung macht Varianten vergleichbar, zeigt Schwachstellen und ermöglicht eine technisch ausreichende Lösung ohne unnötige Kosten.

Bei Bestandsgebäuden beginnen wir mit Aufnahme und Messungen, bei Neubauten mit dem Architekturmodell und den Planungsdaten. In beiden Fällen wird das Zusammenspiel von Raum, Oberflächen und Beschallungsanlage geprüft.

Berechnete Parameter

  • 3D-Raummodell: Abmessungen, Volumen, Geometrie, Bühne, Balkone, Möblierung und reflektierende Flächen.
  • Nachhallzeit: Abklingen in den Frequenzbändern und Eignung für die Nutzung.
  • Sprachverständlichkeit: einschließlich entfernter und seitlicher Publikumsbereiche.
  • Schalldruckpegel: Gleichmäßigkeit, Systemreserve und Vermeidung zu lauter Bereiche.
  • Lautsprecherpositionen: Richtwirkung, Montagehöhe, Delays und Zonen.
  • Verstärker und Signalbearbeitung: Leistung, Signalwege und Reserve.
  • Akustische Behandlung: Menge und Position absorbierender und streuender Materialien.

Typische Räume

Berechnungen werden für Konzert- und Veranstaltungssäle, Theater, Konferenzzentren, Besprechungsräume, Schulen, Kulturhäuser, Kinos, Restaurants, Bars, Fitnesszentren, Schwimmbäder, Handelsflächen und Sportanlagen eingesetzt. Mehrzweckräume werden für mehrere Betriebsarten wie Konferenz, Konzert, Bankett und Präsentation modelliert.

In historischen Gebäuden und bei Sanierungen berücksichtigen wir gestalterische Einschränkungen, zulässige Befestigungspunkte und Denkmalschutzanforderungen.

Ablauf

  1. Sammlung von Plänen, Schnitten, Modellen, Fotos, Kapazität und Nutzungsszenarien.
  2. Bestandsaufnahme und Messungen im vorhandenen Raum.
  3. Aufbau des Berechnungsmodells in EASE oder vergleichbarer professioneller Software.
  4. Vergleich von Lautsprechern, Positionen, Ausrichtung, Delays und Akustikmaßnahmen.
  5. Erstellung von Plänen, Stückliste sowie Anforderungen an Verkabelung, Stromversorgung und Montage.
  6. Abschlussmessung und Einmessung des installierten Systems.

Messungen, Normen und Dokumentation

Die Methode richtet sich nach Objekttyp und Vorschriften des Projektlandes. Soweit anwendbar verwenden wir die Normenreihe ISO 3382 für Raumakustik, IEC 60268-16 für Sprachverständlichkeit sowie die örtlichen Bau-, Brand- und Gesundheitsanforderungen.

Der Auftraggeber erhält Bericht, Abdeckungskarten, berechnete Kennwerte, Materialempfehlungen, Gerätepositionen und Stückliste. Die Unterlagen unterstützen Planung, Beschaffung, Installation und Abnahme.

Vertiefende Artikel

Die folgenden Artikel behandeln akustische Berechnung, Akustikdesign und EASE-Modellierung ausführlich.